Zum Inhalt springen
Keystate
Keystate

Fotos im Immobilien-Newsletter: welche wirken, welche schaden

Zu jedem Objekt liegen zwanzig Bilder im Exposé. In den Newsletter kommt eines. Hier steht, welches Motiv du nimmst, wie groß es sein muss und woran du erkennst, dass das falsche oben steht.

Keystate

Immobilien-Newsletter: Fotos auswählen

Ein Exposé hat zwanzig Bilder. Deine Mail zeigt pro Objekt eines groß. Litmus zählt eine Mail erst ab acht Sekunden Betrachtungszeit als gelesen; 38 Prozent der geöffneten Mails blieben darunter (Litmus, State of Email Engagement, Stand 2018), und die jüngste öffentliche Durchschnittszahl liegt bei neun Sekunden (Litmus, Erhebung 2022, wiedergegeben von MarketingProfs).

Neun Sekunden für die ganze Mail — bei sechs Objekten eineinhalb pro Karte. In dieser Zeit fällt eine Entscheidung: weiterscrollen oder klicken. Das Bild trifft sie, nicht die Überschrift.

Welches Motiv gehört an die erste Stelle?

Die Reihenfolge folgt nicht dem Geschmack, sondern der Frage, die der Leser in diesen eineinhalb Sekunden stellt. Und die ist nie „wie ist das Bad gefliest”, sondern „was ist das überhaupt”.

1. Die Außenansicht von der Straße. Objektart, Baujahr-Eindruck, Umgebung und Zustand in einem Blick. Der Empfänger sortiert sich damit selbst ein — Reihenhaus oder Villa, Altbau oder Neubau —, und ohne diese Vorentscheidung liest er den Rest nicht.

2. Der größte Wohnraum mit Tageslicht. Meist das Wohnzimmer, von der Zimmerecke aus, mit dem Fenster im Bild. Bei einer Eigentumswohnung im Mehrfamilienhaus rückt es auf Platz eins: Eine Fassade mit zwölf gleichen Balkonen sagt über die angebotene Wohnung nichts.

3. Garten, Terrasse oder Aussicht. Dein stärkstes Motiv — wenn die Jahreszeit stimmt. Ein Garten im November kostet mehr, als er bringt.

4. Die Küche. Überzeugt im Termin, in der Mail ist sie zu detailreich. Und eine unmodernisierte Küche als Titelbild beendet die Besichtigung, bevor sie stattfindet.

5. Das Bad. Nie an erster Stelle: Es kann Interesse zerstören, aber praktisch nie erzeugen.

6. Grundriss und Energieausweis. Gehören nicht in die Mail. Warum, steht weiter unten.

Reihenmittelhaus mit Garten, Bad Salzuflen 124 m² · 4 Zimmer · Bj. 1981 389 000 €
IMMO BREMEN Reihenmittelhaus mit Garten, Bad Salzuflen 124 m² · 4 Zimmer · Bj. 1981 389 000 €
Dieselbe Karte, dasselbe Objekt, derselbe Preis — links ein Angebot, rechts ein Briefkopf. Der Unterschied hängt allein am ersten Bild.

Welches Motiv gehört in die Mail, welches nicht?

MotivIn die Mail?WarumDie Falle
Außenansicht StraßenseiteJa, als TitelbildOrdnet das Objekt in einem Blick einParkende Autos, Mülltonnen, Gerüst am Nachbarhaus
Wohnzimmer mit FensterJa, Titelbild bei WohnungenTrägt das Gefühl, das die Fassade nicht liefertMöbel des Verkäufers dominieren; Gegenlicht frisst die Ecken
Garten, Terrasse, AussichtJa, als zweites BildStärkstes Kaufargument, wenn vorhandenSommerfoto im März wirkt wie eine Täuschung
KücheNein, erst im ExposéZu detailreich fürs ÜberfliegenVerrät sofort den Modernisierungsstand
BadNeinKann Interesse zerstören, nicht erzeugenSpiegel: Der Fotograf steht mit im Bild
GrundrissNein, nur ins ExposéPrüfmotiv, kein WerbemotivWird zum grauen Gitter und sieht nach Fehler aus
Energieausweis, SkalaNeinPflichtangabe gehört als Zahl in den TextAls Foto unlesbar und rechtlich keine Angabe
Büro-Logo, BriefkopfNeinSagt über das Objekt nichtsSteht ungewollt oben, siehe unten
Luftbild, DrohneJa, wenn die Lage das Argument istZeigt Zuschnitt und NachbarschaftKennzeichen und Nachbargärten im Bild; Rechtefrage offen

Wie groß muss ein Foto sein, damit es in der Mail scharf bleibt?

Drei Grenzen, alle nachprüfbar im Werkzeug, das diese Mails baut:

400 × 250 Pixel ist der Boden. Darunter wird ein Bild beim Auslesen des Exposés komplett verworfen (app/analyzer.py:233). Ein Foto, das du im PDF siehst, kann in der Bildliste also fehlen — dann ist es zu klein.

Seitenverhältnis zwischen 0,4 und 3,0 (app/analyzer.py:236). Alles Schmalere fällt heraus: Panoramastreifen, Zierbalken, Briefkopfleisten. Ein 3000 × 600 großes Balkonpanorama ist deshalb kein Titelbild, so viele Pixel es auch hat.

1080 × 1350 Pixel auf beiden Seiten ist die praktische Zielmarke (app/insta_post.py:41). Wer sie hält, kann das Foto überall verwenden: Die Objektkarte rechnet Bilder herunter, nie hoch — sie wird mit 520 Pixel Breite gesetzt (app/email_builder.py:1439), und der Bildspeicher deckelt bei 1350 Pixeln (app/crm.py:1249). Nach oben ist nichts zu holen, nach unten viel zu verlieren. Merke dir 1080 × 1350.

Warum ein Foto, das im PDF gut aussieht, in der Mail verwaschen wirkt

Im PDF steckt das Foto in einer A4-Seite, und diese Seite siehst du am Bildschirm fast immer verkleinert — das deckt jede Unschärfe zu. Ein 800 Pixel breites Foto über eine halbe DIN-A4-Seite wirkt dort tadellos.

Die Objektkarte macht das Gegenteil: Sie setzt das Foto auf feste 520 Punkte Breite, und hinter diesen 520 Punkten liegen auf jedem heutigen Telefon rund 1040 echte Pixel. Hochrechnen erfindet keine Details, es verschmiert die vorhandenen. Beurteile die Vorschau deshalb am Telefon: Der 27-Zoll-Monitor zeigt dir die Karte kleiner, als der Empfänger sie sieht.

Bilder aus dem Exposé Sechs gefunden, zwei taugen für die Mail
fassade.jpg 2400 × 1600 geeignet
wohnzimmer.jpg 1600 × 1067 geeignet
kueche.jpg 1200 × 800 knapp
bad.jpg 640 × 427 zu klein
panorama_balkon.jpg 3000 × 600 zu breit
logo_buero.png 3508 × 1648 kein Objektfoto
Die größte Pixelzahl der Liste hat das Logo. Wer nach Größe sortiert, setzt den Briefkopf ins Titelbild — deshalb entscheidet die Fläche auf der Seite, nicht die Auflösung.

Warum oben oft der Briefkopf steht — und was du dagegen tust

Das Büro-Logo ist im Exposé häufig das pixelreichste Bild des Dokuments, weil es für den Druck eingebettet wird und nicht für den Bildschirm. An einem echten Exposé gemessen: Logo 3508 × 1648 Pixel, Titelfoto 1200 × 800 (app/analyzer.py:204-208). Wer nach Pixelzahl sortiert, bekommt zuverlässig den Briefkopf ganz oben.

Was das Logo verrät, ist nicht seine Pixelzahl, sondern seine Fläche auf der Seite. Dasselbe Logo bedeckte nur 1,4 Prozent der Seite, das Titelfoto 107 Prozent — es lief randlos über den Anschnitt hinaus. Die Trennlinie liegt bei vier Prozent Seitenfläche: Ein Briefkopf bleibt darunter, ein Grundriss liegt darüber (app/analyzer.py:227).

Drei Prüfzeichen. Trifft eines zu, ist es kein Titelbild:

  1. Freie Fläche ringsum. Ein Objektfoto füllt seinen Rahmen. Ein Logo sitzt in Weiß, oft mit grauem Rand dort, wo die Transparenz plattgerechnet wurde.
  2. Schrift im Bild. Buchstaben, größer als eine Hausnummer, gehören zu einer Marke und nicht zu einer Immobilie.
  3. Breiter als drei zu eins. Ein Bild in Leistenform war im Exposé eine Leiste.

Kurzfristig tauschst du das Titelbild von Hand, bevor die Mail rausgeht. Dauerhaft: Pflegst du deine Exposé-Vorlage selbst, setze das Titelfoto auf Seite eins randlos über die ganze Seite und das Logo klein in die Ecke. Dann entscheidet die Fläche richtig, bei jedem Objekt automatisch.

Ein Grundriss ist auf 520 Punkten Breite unlesbar: Linien einen Pixel dünn, Maßzahlen in sechs Punkt. Was ankommt, ist ein graues Gitter, und der Empfänger hält es für einen Fehler in deiner Mail.

Der wichtigere Grund ist inhaltlich. Ein Grundriss ist ein Prüfmotiv — er beantwortet Fragen, die man erst hat, wenn man schon interessiert ist, und verdrängt dafür das Bild, das Interesse erst erzeugt. Beim Energieausweis kommt hinzu, dass ein Foto der Farbskala rechtlich nichts leistet: Die Pflichtangaben sind Text — Energieträger, Energiekennwert, Baujahr, Ausweisart — und Text gehört in die Fakten-Zeile, wo er lesbar ist und mitgesucht wird.

Die Arbeitsteilung: Die Mail verkauft den Klick, das Exposé liefert den Beweis. Alles, was geprüft und nicht bewundert wird, liegt im PDF hinter dem Link. Dort hat es Platz, und dort sucht es der Interessent.

Drei Fragen zu den Bildrechten, vor dem Versand

Das Folgende ist ein Hinweis aus der Praxis und keine Rechtsauskunft — im Zweifel klärt das dein Anwalt. Drei Fragen, zwei Minuten:

  1. Deckt die Lizenz des Fotografen den Newsletter? Nutzungsverträge nennen häufig Exposé, Portale und Website ausdrücklich; Aussendungen an den eigenen Verteiler nicht immer. Wer Fotografen dauerhaft beauftragt, klärt das einmal für alle Aufträge.
  2. Ist die Drohnenaufnahme abgenommen? Aufstiegsberechtigung, Überflug der Nachbargrundstücke und das, was darauf zu sehen ist, sind drei getrennte Punkte. Ein Luftbild, das im Exposé unstrittig war, wird durch die Aussendung an fünfhundert Empfänger zu einer neuen Frage.
  3. Ist ein Mensch erkennbar? Der Mieter am Fenster, das Kind auf der Terrasse, das Kennzeichen in der Einfahrt. Motiv tauschen ist schneller als retuschieren — du hast noch neunzehn andere Bilder.

Was du jetzt machst

Nimm dein letztes Exposé und arbeite die Bildliste durch. Unter fünf Minuten pro Objekt:

  1. Sortieren, nicht auswählen. Motive nach der Reihenfolge oben ordnen — Außenansicht, Wohnraum, Garten. Dann die ersten zwei nehmen.
  2. Pixelmaße prüfen. Beide Kandidaten gegen 1080 × 1350 halten. Was die Marke nicht schafft, wandert nach hinten, auch wenn es das schönere Motiv ist. Unscharf sticht hübsch.
  3. Vorschau am Telefon öffnen. Steht oben etwas mit weißer Fläche, Schrift oder Leistenform — tauschen.

Drei Ausgaben lang bewusst so gemacht, und danach läuft es von selbst. Wo diese Auswahl im Ablauf vom Exposé zur fertigen Mail steckt, steht auf der Seite Newsletter für Immobilienmakler.

Keystate in dreißig Minuten

Bring zwei, drei Exposés mit. Wir bauen im Gespräch eine Ausgabe damit, statt über eine zu reden.