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Die Sperrliste verstehen

Adressen, an die nichts mehr rausgeht. Welche vier Gründe dorthin führen, warum die Liste über alle Büros gilt und wer sie aufheben darf.

Auf der Sperrliste stehen Adressen, an die nie wieder etwas hinausgeht. Vor jeder einzelnen Mail wird dort nachgesehen, und zwar unabhängig davon, was am Kontakt steht. Du findest sie unter Empfänger → Sperrliste.

Sie ist nicht die Abmeldeliste. Die gewöhnliche Abmeldung über den Link im Mailfuß landet hier nicht, sondern beim Kontakt.

Die vier Gründe

GrundWas dahintersteckt
UnzustellbarDie Adresse gibt es nicht mehr. Der Versanddienst hat dauerhaft abgelehnt.
BeschwerdeDer Empfänger hat die Mail als Spam gemeldet.
AbgemeldetÜber das Abmeldeformular ohne gültigen Link oder von Hand eingetragen.
Hat geantwortetAntwort auf eine Akquise-Mail: ab da läuft ein Gespräch, keine Serie.

Trifft nach einer Unzustellbarkeit später eine Beschwerde ein, gewinnt die Beschwerde. Ein voller Briefkasten ist ein technisches Problem, der Spam-Knopf ist eine Ansage des Empfängers und wiegt beim Versanddienst deutlich schwerer. Der Zeitpunkt bleibt der der ersten Sperre.

Adressen werden vor dem Vergleich vereinheitlicht, also getrimmt und kleingeschrieben. „Max.Mueller@Web.DE” und „max.mueller@web.de” sind ein Eintrag, sonst wäre dieselbe Adresse trotz Sperre weiter anschreibbar.

Warum die Liste über alle Büros gilt

Der Grund steht in der Rechnung des Versanddienstes: Er rechnet Unzustellbarkeit und Beschwerden dem Konto als Ganzes an. Die Schwellen liegen bei allen Anbietern ähnlich, rund 5 Prozent Bounces oder 0,1 Prozent Beschwerden, und darüber wird gedrosselt oder gesperrt. Das trifft dann alle Büros gleichzeitig, nicht nur das mit der schlechten Liste.

Fachlich stimmt es auch: Eine tote Adresse ist bei jedem Makler tot, und wer bei einem Makler auf „Spam” drückt, tut es beim nächsten erst recht.

Global geführt heißt aber nicht global sichtbar. Du siehst genau die Sperren, zu denen du selbst einen Kontakt in deiner Liste hast. Welche Adressen im Bestand eines anderen Büros stehen, geht dich nichts an, und eine Sperre zu einer Adresse, die du nicht kennst, könntest du auch nicht beurteilen. Die Gesamtzahl aller gesperrten Adressen steht auf der Seite, die Adressen dahinter nicht.

Wer eine Sperre aufheben darf

Jede Sperre merkt sich, wessen Versand sie ausgelöst hat. Aufheben darf sie nur dieses Büro.

Vorher genügte es, die Adresse in der eigenen Empfängerliste zu haben, und weil jeder Makler jeden Kontakt in zehn Sekunden selbst anlegen kann, hob damit jeder jede fremde Sperre auf. Der Bounce des Nachbarbüros verschwand, dessen nächster Versand lief wieder in dieselbe tote Adresse, und die Quote trägt das gemeinsame Konto.

Drei Fälle, drei Antworten:

  • Deine Sperre. Der Knopf Freigeben steht in der Zeile. Der Eintrag wird wirklich entfernt, nicht nur markiert. Ein Tippfehler, ein Autoresponder oder eine einmalige Fehlkonfiguration beim Empfänger lassen sich so korrigieren.
  • Fremde Sperre zu einer Adresse, die du kennst. Die Zeile steht da, damit du nicht vergeblich suchst, warum genau diese eine Adresse nie Post bekommt. Freigeben kannst du sie nicht. Melde dich beim Support, wenn die Adresse wirklich wieder erreichbar ist.
  • Sperre ohne bekannte Herkunft, etwa aus einer Abmeldung über das Formular. Die darf nur der Betreiber aufheben, denn sie kann genauso gut aus dem Versand eines anderen Büros stammen.

Bei einer Beschwerde überleg es dir zweimal. Der Empfänger hat den Spam-Knopf gedrückt, und die nächste Mail an ihn kostet dich und alle anderen Büros Zustellrate.

Was die Sperrliste überdauert

Sie wird nie mitgelöscht. Wird ein Büro gelöscht, bleiben seine Sperren stehen: Wer sich beschwert hat oder unzustellbar ist, hat der Werbung widersprochen und nicht einem einzelnen Absender. Sonst schreibt der nächste Makler dieselbe Adresse wieder an.

Ebenso kommt eine gesperrte Adresse nicht über das Anmeldeformular zurück. Auch die Bestätigungsmail unterbleibt, denn eine Double-Opt-in-Mail an eine gesperrte Adresse ist der Lehrbuchfall der unzulässigen Kontaktaufnahme. Das Formular ist öffentlich, die Adresse könnte dort ein Dritter eingetippt haben. Wer wirklich zurück will, sagt es dir, und du hebst die Sperre von Hand auf.

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