Wie die Zustellquote gerechnet wird
Angenommen ist nicht zugestellt. Welche Zahl in welchem Nenner steht, welche Werte normal sind und ab wann Keystate warnt.
„Zugestellt” klingt nach einer einzigen Zahl und sind in Wirklichkeit zwei Schritte. Der Versanddienst nimmt eine Mail an, und Stunden später kann der Empfängerserver sie trotzdem zurückgeben. Keystate hält beides auseinander, weil sonst eine Aussendung mit lauter toten Adressen genauso gut aussieht wie eine mit lebenden.
Die Zahlen findest du unter Versand → Zustellung über 30 Tage und je Aussendung im Bericht.
Die vier Rohwerte
| Wert | Was er zählt |
|---|---|
| angenommen | Der Versanddienst hat die Mail übernommen |
| dauerhaft unzustellbar | Danach hart zurückgekommen, das Postfach gibt es nicht |
| vorübergehend unzustellbar | Weich zurückgekommen, Postfach voll oder Server weg |
| Beschwerden | Angekommen und als Spam gemeldet |
Daraus entstehen zwei Rechnungen, und beide haben einen anderen Nenner.
Zugestellt
zugestellt = angenommen − dauerhaft unzustellbar
Erst diese Differenz lag wirklich in einem Postfach. „Angenommen” allein zählt die Adressen mit, die es gar nicht mehr gibt.
Auf zugestellt beziehen sich die weichen Zahlen daneben: Öffnungsrate,
Klickrate und Abmelderate. Sie fragen, was Menschen mit einer angekommenen Mail
gemacht haben.
Unzustellbarkeit
versuche = angenommen + vorübergehend unzustellbar
unzustellbar = dauerhaft + vorübergehend
quote = unzustellbar / versuche
Der Nenner ist hier ein anderer: jeder Versuch, der das Haus verlassen hat. Übersprungene und noch wartende Empfänger gehören nicht dazu, an die ging nichts raus. Das ist dieselbe Rechnung, gegen die auch der Versanddienst urteilt.
Genauso läuft die Beschwerdequote: Beschwerden geteilt durch Versuche.
Welche Werte normal sind
| Kennzahl | Grenze in Keystate | Was darüber passiert |
|---|---|---|
| Unzustellbarkeit | 5,0 % | Der Bericht warnt |
| Beschwerden | 0,1 % | Der Bericht warnt |
Gewarnt wird oberhalb der Grenze, nicht schon auf ihr: 5,0 % sind die Grenze und noch kein Verstoß, und eine Warnung, die genau auf dem erlaubten Wert anspringt, verliert ihre Bedeutung.
Diese beiden Zahlen sind die Schwellen der Versanddienste. Ab 5 % Unzustellbarkeit kommt ein Konto unter Beobachtung, ab 0,1 % Beschwerden ebenso. Keystate greift daneben schon früher ein und hält den eigenen Versand an, bevor der Versanddienst den Fall überhaupt sieht: bei 4,0 % Unzustellbarkeit und bei 0,08 % Beschwerden über 30 Tage.
In der Praxis heißt das: Eine gepflegte Liste liegt bei Unzustellbarkeit unter einem Prozent. Zwei bis drei Prozent sind ein Bestand, in dem alte Adressen stecken. Fünf Prozent sind eine Liste, die niemand angesehen hat.
Keine Null erfinden
Wo es keine Bezugsgröße gibt, steht keine Quote, sondern ein Strich. Eine Aussendung ohne Klicks und eine Aussendung ohne Zustellungen sind Verschiedenes, und beide als „0 %” zu zeigen wäre eine Falschaussage über die zweite.
Dasselbe gilt für den Not-Aus: Ein Büro ohne Versand hat keine Quote von 0 %, es hat keine Quote.
Woher die Zahlen kommen
Zugestellt kommt aus deiner eigenen Warteschlange, Öffnungen und Klicks aus den gemessenen Ereignissen. Beides also aus erster Hand und nicht beim Anbieter erfragt.
Bounces und Beschwerden treffen Stunden bis Tage nach dem Versand ein, auf einem eigenen Rückkanal. Sie werden an genau der Zustellzeile vermerkt, zu der sie gehören. Vorher stand in der Warteschlange und auf der Kontaktseite weiter „gesendet”, während die Adresse längst gesperrt war.
Deshalb steht im Fortschritt einer Aussendung „gesendet” streng: Abgeprallt und als Spam gemeldet stehen daneben, nicht darin. Sonst zeigte der Balken mehr Zugestellte, als es Empfänger gibt.
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