Was gemessen wird und auf welcher Grundlage
Öffnungspixel und Klicklinks sind eine eigene Einwilligung, nicht Teil des Newsletter-Ja. Wie Keystate beides trennt und wo dein Not-Aus liegt.
Ob eine Mail hinausgehen darf, ist eine Frage. Ob gezählt werden darf, wer sie geöffnet und worauf er geklickt hat, ist eine zweite mit einer eigenen Norm: § 25 Abs. 1 TDDDG, seit dem 14.05.2024 an der Stelle des früheren TTDSG.
Keystate behandelt beides deshalb als zwei getrennte Zustände je Kontakt. Die Messzustimmung steht als eigenes Feld mit eigenem Datum an der Einwilligung, und ihre Vorgabe ist nein. Wer nur Post will, bekommt die Mail ohne Zählpixel und ohne umgeschriebene Links.
Ob diese Trennung für deinen Fall genügt, entscheidet im Zweifel deine eigene Rechtsberatung. Was hier steht, ist das Verhalten des Programms.
Was gemessen wird
| Signal | Wie es entsteht |
|---|---|
| Öffnung | Ein kleines Bild am Mailende. Wird es geladen, zählt Keystate eine Öffnung. |
| Klick | Der Link in der Mail führt über den Dienst und leitet danach weiter. |
Festgehalten werden Art, Zeitpunkt, Kontakt, Aussendung, das geklickte Objekt und die Ziel-URL. Daraus entsteht die Anruf-Liste. Die Ereignisse verlassen den Server nicht.
Alle Zähladressen sind mit HMAC gezeichnet, und der Zweck geht in die Unterschrift ein. Öffnung, Klick, Messzustimmung, Interesse und Objektseite haben je einen eigenen Zweck. Ohne diese Trennung ließe sich eine gültige Klick-Unterschrift als Öffnungs-Unterschrift wiederverwenden. Ohne gültige Unterschrift wird nicht gezählt. Beim Klick läuft die Weiterleitung trotzdem, aber der mitgeschickte Kontakt wird verworfen: Der Empfänger soll bei seinem Haus landen, nicht auf einer Fehlerseite.
Zweimal geprüft, nicht einmal
Erste Prüfung beim Bauen der Mail: Pixel und umgeschriebene Links kommen nur hinein, wenn gemessen werden darf.
Zweite Prüfung beim Abruf, also wenn das Bild geladen oder der Link geklickt wird. Ohne sie zählten die Adressen aus Mails weiter, die längst in Postfächern liegen. Ein unlesbares Büroprofil gilt dabei als „nicht messen”.
Dein Not-Aus
Einstellungen → Stammdaten → Messung, Häkchen Gar nicht messen.
Damit gehen neue Mails ohne Zählpixel und ohne umgeschriebene Links hinaus, für alle Kontakte, unabhängig von deren Zustimmung. Die Anruf-Liste und die Öffnungsrate bleiben dann leer. Der Schalter wird protokolliert, damit bei einer Prüfung nachvollziehbar ist, ab wann er stand.
Es gibt bewusst keinen Schalter je Aussendung. Eine Ausgabe ohne Messung wäre ein zweiter Weg für dieselbe Entscheidung.
Wo die Zustimmung herkommt
Über dein Anmeldeformular. Unter den Feldern steht ein eigenes, nicht vorangekreuztes Kästchen: „Ich bin einverstanden, dass gemessen wird, welche Objekte mich interessieren.” Darunter der Satz, dass das Häkchen freiwillig ist und man ohne es dieselben Angebote bekommt. Ein nicht angekreuztes Kästchen schickt der Browser gar nicht mit, und genau deshalb ist die Abwesenheit die Ablehnung.
Über den Import mit schriftlicher Einwilligung. Wählst du beim Import „Schriftliche Einwilligung liegt vor” und benennst den Nachweis, deckt diese Erklärung auch die Messung. Die beiden anderen Herkünfte decken sie nicht.
Über die Nachfrage-Mail. Für Bestandskontakte, die Post bekommen dürfen, aber nie zur Messung gefragt wurden: Auswertung → Anruf-Liste, Knopf Messung nachfragen. Der Knopf erscheint nur, wenn wirklich Empfänger ohne Messzustimmung übrig sind, und nur für Zugänge mit Versandrecht. Diese Mail weicht an drei Stellen vom normalen Versand ab, und jede Abweichung hat einen Grund:
- Sie zählt nicht gegen die Frequenzbremse, weil sie kein Angebot enthält.
- Sie wird selbst nicht gemessen: kein Zählpixel, keine umgeschriebenen Links. Wer noch nicht zugestimmt hat, wird auch beim Fragen nicht gezählt.
- Der Ja-Link ist gezeichnet. Sonst ließe sich einem ganzen Verteiler eine Zustimmung unterschieben, indem man Kontaktnummern durchzählt.
Mehrfaches Klicken ist unschädlich, das Datum wird nur beim ersten Mal geschrieben. Ist die Messung für dein Büro abgeschaltet, verweigert Keystate die Nachfrage: Eine Bitte um etwas, das danach trotzdem nicht passiert, wäre sinnlos.
Der Weg, der ohne Messung funktioniert
Der Knopf Interesse an dieser Immobilie in der Mail ist keine Messung. Der Empfänger drückt einen beschrifteten Knopf, auf dem steht, was danach passiert. Das ist eine Anfrage und keine Beobachtung, und sie wird deshalb auch ohne Messzustimmung festgehalten. Ein Büro, dessen Empfänger der Messung nie zugestimmt haben, bekommt darüber trotzdem eine Anruf-Liste.
Die Frist
Gemessene Öffnungen, Klicks und Interesse-Meldungen werden nach 90 Tagen gelöscht, täglich um 03:30. Die Frist ist an das Anzeigefenster der Anruf-Liste gekoppelt: Was niemand mehr ansieht, darf nicht weiter gespeichert werden.
Die Zuordnung eines zählbaren Links zu einer Person fällt nach denselben 90 Tagen, um 04:15. Die Zeile bleibt stehen, damit ein alter Link weiter zum Ziel führt, aber Kontakt und Aussendung werden herausgenommen.
Im Nachweis-Export steht die Messzustimmung als eigene Spalte Messung ab. Leer heißt: keine Zustimmung.
Weiter: Öffnungen, Warum Öffnungen nicht zählen, Die Anruf-Liste, Wie der Nachweis entsteht.